Du bist, was Du isst – die Revolution der Feinschmecker

Quelle: Pixabay Das neue Jahrtausend hat uns viele Dinge beschert. Dazu zählt auch ein veränderter Umgang mit dem Essen: Veganismus und Superfood sind nur zwei der Begriffe, denen wir regelmäßig begegnen. Dabei übersehen wir schnell, dass hinter dem Streben nach gesunder Ernährung ein ganz neuer Trend aufgetaucht ist und unser Leben durchdringt: die „Foodie Revolution“, wie die Amerikaner sie nennen. Aber was steckt dahinter?

Sex and the hungry City

Die Fernsehserie „Sex and the City“ hat vieles verändert. Noch nie zuvor wurde im Mainstream-TV so offen über Sex gesprochen. Hinzu kam eine starke Betonung namhafter Modemarken. Wenn Sarah Jessica Parker und ihre Freundinnen auf den Bildschirmen erschienen, geschah aber noch etwas: Sie genossen gutes Essen, das attraktiv anzusehen war – und die Zuschauer folgten ihnen. Zynisch gesagt war es das Ende von Eintopf und Co. Das „Foodie Movement“, das die New York Times bereits 1980 in einem Artikel angedeutet hatte, besaß nun ein erstes Aushängeschild. Es war nur ein Vorgeschmack auf das, was bald kommen sollte.

Der Koch als Rockstar

Köche wie Jamie Oliver oder Anthony Bourdain wurden über eigene Fernsehserien zu Stars. Der eine, weil er die Leute dafür begeisterte, wieder selbst zu kochen. Der andere, indem er die Welt bereiste und Gerichte aus aller Herren Länder präsentierte. Auch Deutschland hatte mit Tim Mälzer bald einen eigenen „Küchen-Elvis“. Es dauerte nicht lange, bis Kochsendungen wie Pilze aus den Boden schossen. Normalsterbliche und Promis trafen sich zum „Kochduell“, oder wetteiferten darin, das „Perfekte Dinner“ zu erschaffen. Sogar ein Alfons Schuhbeck, der bis dato eher der reiferen Generation ein Begriff gewesen war, mutierte zum Idol der jungen Generation. Das Beste an allem: Im Anschluss an die Sendung konnte alles nachgekocht werden. Ein Vorzug, mit dem Shows wie „Wetten dass“ nur selten aufwarten konnten. Und dann kamen die sozialen Medien …

Zeig mir, was Du isst und ich sage Dir, wer Du bist

Mit dem Erfolg des iPhones eroberte auch ein soziales Netzwerk die Welt, indem die Nutzer ihre Fotos teilen konnten: Instagram. Wider mancher Erwartungen nutzte ein Großteil der Menschen Instagram nicht, um Urlaubsfotos zu posten. Stattdessen posteten Gott und die Welt regelmäßig Bilder von ihren Mahlzeiten. Es dauerte nicht lange, bis die User sich gegenseitig mit immer bunteren Mahlzeiten übertrafen. Damit verbunden erlebte die Lust am Kochen und Essen einen zusätzlichen Aufschwung. Die Stars des neuen Jahrtausends kochten nicht mehr (nur) im Fernsehen. Ebenso waren es keine professionellen Köche mehr. Stattdessen waren es Menschen wie Du und Ich. Sie arbeiteten im Büro, im Supermarkt oder der Autowerkstatt und … liebten gutes Essen. Die „Kinder von Jamie Oliver und Co“ waren flügge geworden, und nutzten das neue Medium, um der Welt Ihre Schöpfungen zu präsentieren.

Traditionelle Kochbücher haben ausgedient

Einen Schritt weiter ging es auf Pinterest: Dort kann man nicht nur Fotos von leckeren Mahlzeiten bewundern, sondern auch gleich das Rezept bekommen. Dies alles ganz legal und kostenlos. Eine enorme Herausforderung für die Verlagsindustrie. Manche riefen gar das Ende des Kochbuchs aus. Tatsächlich kam es ganz anders: Wer etwas auf sich hält, kauft Kochbücher. Der Unterschied: Neuzeitliche Exemplare kommen mit großformatigen Bildern (um die Instagramfans anzusprechen) und werden von charismatischen Personen verfasst (der „Jamie-Oliver-Effekt“). Sogar der Veganismus, lange Zeit ein Nischenprodukt, erreichte mit Leichtigkeit den Mainstream, als er mit Attila Hildmann seinen eigenen Elvis gefunden hatte. Auch der Zeitungsmarkt hat die Foodie-Revolution dankbar angenommen. Magazintitel wie „Chefkoch“, „Essen und Genießen“ oder „Lust auf Genuss“ sprechen eine deutliche Sprache. Die Gesellschaft ist anspruchsvoller geworden: Essen soll gesund sein, gut schmecken UND gut aussehen.

Kommt zu uns, wir können kochen!

Wie weit die Feinschmecker-Revolution tatsächlich geht, zeigt der Tourismus. Konnte man die Destinationen, die mit ihrer Küche warben, einst an zwei Händen abzählen, gibt es heute kaum mehr einen Ort, der nicht mit seiner Essenstradition lockt. München hat die Weißwurst, Nürnberg die Lebkuchen. Neapel und Mailand konkurrieren mit New York und Chicago um die beste Pizza. Montreal wirbt mit seinen Bageln, während Mexiko City für seine Tacos berühmt ist. Ganz zu schweigen von „Fish and Chips“ in London und den Crêpes in Paris. Sushi-Liebhaber sollten unbedingt Tokyo besuchen, bevor Sie in Moskau Pelmeni kosten. Eigentlich könnten wir die ganze Welt bereisen, nur um dort zu essen. Leider heißen wir nicht alle Anthony Bourdain, der damit seinen Lebensunterhalt bestritten hat (und zum „Chuck Norris unter den Köchen“ wurde). Wenn Ihr Supermarkt gerade geschlossen hat, oder Sie keine Lust zum Kochen haben, gibt es eine spannende Alternative: Food Games im Online-Casino! Spielen Sie eine Runde Big Chef, Win Sum Dim Sum oder Fruit vs Candy im Casino. Garantiert cholesterinfrei!
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